Matcha Latte versus Kontostand – mit Anna-Maria Rock über die Realität hinter dem Beruf Hochzeitsplaner:in
Episode 015
07. Oktober 2026
Es gibt ein Bild von diesem Beruf, das sich hartnäckig hält: Laptop im Café, Location Scouting an schönen Orten, ein durchgestyltes Shooting, bei dem alles an seinem Platz ist. Anna-Maria Rock hat dafür eine Formulierung gefunden, die sitzt – Matcha Latte versus Kontostand. In dieser Folge von Dirty Wedding Talk erklärt sie, warum sie dieses Berufsbild nicht nur für verzerrt, sondern für gefährlich hält, und zwar besonders gegenüber jungen Menschen, die sich davon eine Vorstellung ihrer beruflichen Zukunft machen.
Anna-Maria Rock ist Geschäftsführerin von Von Rock Events, Hochzeitsplanerin bei Rock Weddings und dreifache Mutter. Ihren Arbeitsalltag beschreibt sie ohne jede Verklärung: morgens im Büro, Spülmaschine ausräumen, Angebote bearbeiten, Touren planen, Teams anleiten. In der Hauptsaison sei sie vor allem eines – Runner. Dazu kommt eine Entwicklung, die den Alltag zusätzlich verdichtet: Budgets werden zunehmend kurzfristig freigegeben, sodass Personal und Material manchmal innerhalb von zwei Tagen bereitstehen müssen.
Aus dieser Praxis heraus stellt sich eine Frage, die für Paare hoch relevant ist: Woran lässt sich professionelle Arbeit überhaupt erkennen, wenn nach außen alles gleich poliert wirkt? Anna-Maria beschreibt, worauf sie selbst achten würde, und macht deutlich, dass das persönliche Erstgespräch mehr über Erfahrung verrät als jeder Feed. Zugleich zeigt sie, wo im Zusammenspiel der Gewerke die Grenzen verlaufen: zwischen Teamgedanke und unbezahlter Mehrleistung, zwischen Kundenservice und wirtschaftlicher Verantwortung – und warum Klarheit in ihrer Arbeit kein Mangel an Freundlichkeit ist, sondern deren Voraussetzung.
Der zweite Teil der Folge widmet sich dem Unternehmertum. Anna-Maria formuliert eine klare Definition: Unternehmerin ist für sie, wer ein Geschäft aufgebaut hat, das ganzjährig trägt. Sie erzählt von ihrem eigenen Weg – von der nebenberuflichen Selbstständigkeit über die Entscheidung, die erste Vollzeitstelle zu schaffen, bis zu den Investitionen während der Corona-Zeit, die von außen mutig bis unvernünftig wirkten. Und sie spricht darüber, warum es zum Unternehmertum gehört, sich die unbequemen Szenarien vorher zu überlegen.
Eine Folge, die léconic dort positioniert, wo Orientierung gebraucht wird: bei der ehrlichen Einordnung dessen, was professionelle Arbeit in dieser Branche tatsächlich bedeutet – und was sie kostet.









